Marienhospital

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Klinik für Palliativmedizin

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Palliativmedizin hilft der verbleibenden Zeit mehr Leben zu geben

Krebs, Herzprobleme, Lungenerkrankung – wenn Menschen schwer krank werden, hoffen sie auf Heilung. Aber nicht immer ist dies möglich. Die Mehrzahl der Patienten mit einer nicht heilbaren Erkrankung möchte den letzten Lebensabschnitt in der gewohnten häuslichen Umgebung verbringen, damit sie die wertvolle verbliebene Zeit so intensiv wie möglich gestalten können. Mitunter können jedoch erkrankungsbedingte Beschwerden auftreten, die sich auch mit ambulanter Unterstützung nicht beherrschen lassen oder zu einer Überlastung pflegender Angehöriger führen. Hier kann die Palliativmedizin im Klinikum Arnsberg helfen und Hoffnung auf mehr Lebensqualität geben. Im Fokus der stationären Palliativversorgung steht die Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Luft- oder Atemnot sowie Angst und die Stärkung der Patientenpersönlichkeit. „Unser Ziel ist es, dass Patienten nach einer Besserung der Symptome gut vorbereitet nach Hause zurückkehren können,“ informiert Dr. med. Angelika Neuenfeld, leitende Oberärztin der Palliativmedizin am Klinikum Arnsberg Standort Marienhospital.

Was ist Palliativmedizin?

Der Begriff palliativ leitet sich von lateinisch pallium = „Mantel“ ab und steht für den Schutz und die Sorge für den Menschen. Die Sektion für Palliativmedizin bietet umfassende, ganzheitliche Behandlung und Begleitung von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen, sich weiterentwickelnden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Hauptaufgabe der Begleitung ist es, durch eine individuelle Therapie die Lebensqualität der Patienten zu erhalten oder zu verbessern und den Betroffenen so ein möglichst erfülltes und beschwerdearmes Leben zu ermöglichen.

Eine Palliativtherapie lindert nicht nur körperliche, sondern auch geistige und seelische Leiden und bietet auch den Angehörigen Hilfestellung bei der Lösung sozialer und praktischer Fragen. „Nach der Bewältigung von Angst im Rahmen einer Diagnose mit absehbar nicht heilbarem Verlauf, tritt oft eine Stabilisierung des Krankheitsbildes auf und nicht wenige Patienten haben eine erfüllte Zeit vor sich, wenn sie lernen, persönliche Ressourcen und Ressourcen ihres sozialen Netzwerkes zu mobilisieren und zu nutzen,“ so Dr. Neuenfeld.

Eine wohnliche Station

Die vier Zimmer der Palliativstation am Standort Marienhospital sind komfortabel eingerichtet. Klare Farben und Bilder in Kombination mit Möbeln in warmen Holztönen sorgen für eine wohnliche Atmosphäre. Fernseher, Tageszeitung und Telefon stehen zur Verfügung. Vieles ist auf Wohlfühlfaktoren ausgerichtet - vom Essen bis zu Ausstattungsdetails. In unmittelbarer Nähe der Zimmer befindet sich ein wohnlich eingerichteter Win- tergarten, in dem man ausruhen, beisammen sitzen, Gespräche führen oder einfach nur den Blick über die Altstadt genießen kann. Begleitende Angehörige sind auf Wunsch und ohne ZusatzkostenTag und Nacht dabei.„Das Konzept der familienorientierten Palliativpflege nimmt die Situation der Patienten und die des familiären Umfelds auf, denn auch Angehörige leiden in der Zeit der Krankheit,“ schildert Dr. Neuenfeld.

Ganzheitliche Behandlung

Schulmedizinische und ergänzende Therapieverfahren werden am Klinikum Arnsberg kombiniert, um Beschwerden zu lindern. Die Experten sorgen dafür, dass belastende Symptome so wirksam wie nötig und so schonend wie möglich behandelt werden. Daneben sind seelsorgerische und psychoonkologische Gesprächsangebote wichtige Bestandteile der Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen. „Häufig können sich Patienten durch diese Angebote von emotionalen Lasten befreien und sich mit erneuertem Lebensmut wieder auf die eigenen Stärken konzentrieren,“ weiß Dr. Neuenfeld.

Palliativmedizin ist Teamarbeit

Palliativmedizin ist Teamarbeit

Um den Zielen der Palliativbetreuung gerecht zu werden, ist ein gut zusammenarbeitendes, gut ausgebildetes Team verschiedener Berufsgruppen erforderlich, die die Patienten zuwendungsorientiert und fürsorglich begleiten. Zum Team der Palliativmedizin im Klinikum Arnsberg zählen neben speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegekräften u.a. auch Psychoonkologinnen, Seelsorger, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter. Ehrenamtliche Helfer ergänzen das Team. Auch die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Palliativmedizinern, Hausärzten und Palliativpflegediensten ist Grundvoraussetzung für eine gute Patientenversorgung und wird durch wöchentliche Teamkonferenzen unterstützt.

Aufnahmekriterien

  • Es liegt eine fortgeschrittene Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung vor, die einer palliativmedizinischen Behandlung inkl. qualifizierter Palliativpflege bedarf.
  • Ambulant nicht beherrschbare Symptome, wie z. B. Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Ernährungsprobleme oder Unruhe- und Angstzuständen.
  • Der Patient ist mit der Aufnahme einverstanden und darüber aufgeklärt, dass eine heilende Therapie nicht möglich ist und i. d. R. keine lebensverlängernden Maßnahmen erfolgen. Diese werden nur durchgeführt, wenn sie die Lebensqualität des Betroffenen verbessern.
  • Das Vorliegen einer Patientenverfügung und/oder Vorsorgevollmacht ist wünschenswert.
  • Der Patient und die Angehörigen sind vor Aufnahme darüber informiert, dass nur eine begrenzte Aufenthaltsdauer geplant ist und eine Entlassung nach Hause oder in eine andere Einrichtung nach Besserung oder Stabilisierung der Beschwerden angestrebt wird.
  • Es werden in der Regel nur erwachsene Patienten betreut.

Wer knüpft den Kontakt?

Die stationäre Aufnahme setzt eine Krankenhauseinweisung, z. B. des Hausarztes, voraus. Patienten können ebenso von anderen Kliniken direkt übernommen werden. Ein erster Kontakt kann auch durch Patienten, Angehörige, Pflegende oder Freunde des Betroffenen hergestellt werden. Die Kosten für die palliative Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.