Ausbildungskonzept

Das Ziel der Bemühungen unseres Ausbildungskonzeptes ist es, den Assistenzärzten/-innen gemäß ihrem Ausbildungswunsch alle theoretischen und praktischen Inhalte der Inneren Medizin zu vermitteln. Dabei sollten gezielt die Ausbildungsinhalte der Inneren Medizin und Allgemeinmedizin sowohl im praktischen als auch im theoretischen Wissen vermittelt werden. Dazu ist es wichtig, dass Stärken gefördert und Schwächen erkannt werden. Hierdurch wir eine individuelle Förderung möglich. Wir wollen Ihnen den Neu- oder Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen.

Bei Neu- oder Wiedereinsteigern hat sich das Konzept der Betreuung durch einen Mentor in den ersten Wochen und Monaten der Tätigkeit in unserem Haus bewährt. Hierbei steht Ihnen ein Facharzt als fixer Ansprechpartner zur Verfügung. Zu Berufsbeginn werden Sie  gemeinsame Visiten durchführen, EKGs besprechen, an die Auswertung von Langzeit-EKGs, Ergometrien und Bodyplethysmografien herangeführt. Zudem lernen Sie in unserer Patienten-Aufnahme richtige Anamnese- und Untersuchungstechniken sowie die richtige klinische Einschätzung des Schweregrades der Erkrankungen. Sie legen zusammen mit dem Kollegen und dann mit zunehmender Erfahrung auch eigenverantwortlich, das Therapiekonzept der nächsten Tage fest. Zusätzlich erfolgen einmal pro Woche eine Chefarzt-Visite und einmal wöchentlich eine Oberarzt-Visite. Es besteht die Möglichkeit einer Hospitation in der Abteilung für Anästhesie und Notfallmedizin des Karolinen-Hospitals Hüsten zur Erlernung der praktischen Intubation. Auch erhalten Sie eine Ausbildung im Bereich der Reanimation gemäß den ERC-Richtlinien.

Die weitere Ausbildung bis hin zum Facharzt oder zur Zusatzbezeichnung gliedert sich in mehrere Phasen.

Phase 1 (Einarbeitungszeit ca. 6 Monate)

Hier erfolgt die Einarbeitung in die stationäre Versorgung und die Notfallaufnahme.
In dieser Phase werden zusätzliche Funktionen nach Ausbildungsstand und Fähigkeiten nach Absprache mit Ihnen erlernt, wie z.B. Abdomen-Sonografie, alle üblichen Punktionstechniken einschl. Aszites-, Pleura-, Beckenkamm-, Liquor-Punktion sowie die Grundtechniken in der Anlage von zentralen Venenkathetern unter Anleitung durch Fachärzte.

Phase 2 (6 Monate bis 1 Jahr)

Nach Erlernung der üblichen Abläufe der stationären Versorgung von Patienten haben Sie zunehmend an Sicherheit und Kompetenz gewonnen, sodass in der 2. Phase nun die Behandlung von schwerstkranken Patienten auf der Intensivstation vermittelt werden soll. Unter Supervision erlernen Sie in zunehmender Eigenverantwortung die Versorgung von schwerkranken Patienten mit der selbständigen Anlage von zentralen Zugängen, Sheldon-Kathetern, arteriellen Zugängen sowie des Beatmungsmanagements einschl. Weaning-Prozess, Durchführung von Kardioversion und Defibrillation, Anlage von Thoraxdrainagen und das Handling der Medikation bei i.v.-Narkosen. Hierbei ist es auch möglich, die Stroke unit des Hauses unter neurologischer Supervision mit zu betreuen.

Phase 3

Ziel der Phase 3 ist es nun, in Ihnen einen erfahrenen kompetenten Kollegen zu gewinnen, der weitere spezielle Erkenntnisse in Untersuchungsverfahren erwerben kann. Hierzu erfolgt ein regelmäßiger Wechsel durch die verschiedenen diagnostischen Funktionen unseres Hauses. Dazu gehört die Vertiefung der Kenntnisse in der speziellen Sonografie sowie Abdomen-Sonografie, Echokardiografie, Duplex-Sonografie der hirnversorgenden Arterien, Duplex-Sonografie der Beinvenen und Beinarterien, Schilddrüsen-Sonografie, transoesophageale Echokardiografie, sonografisch gesteuerte Punktion, Kontrastmittel-Sonografie sowie der Erwerb erster Kenntnisse in der Endoskopie z.B. Oesophago-Gastro-Duodenoskopie.

Zudem ist es möglich, einen Einblick in die onkologische Behandlung von Patienten mit der Möglichkeit der Mikroskopie von Blut und Knochenmark sowie die Vertiefung der speziellen diabetologischen Kenntnisse und der Punktionsdiagnostik der Gastro-Enterologie zu erwerben und auszubauen.

Phase 4

In der 4. Phase erfolgt dann die weitere Erlernung der Fähigkeiten in der internistischen Endoskopie, Oesophago-Gastro-Duodenoskopie, PE-Entnahme, Anlage von PEG-Sonden, Rekto-Sigmoidoskopie sowie auf Wunsch auch Einführung in die Colo-Ileoskopie und Polypektomie.
Zusätzlich besteht die volle Weiterbildungsberechtigung für die Zusatzbezeichnung Gastro-Enterologie. Dazu werden alle invasiven gastro-enterologischen Verfahren wie ERCP mit Stent-Anlage, Blutstillung, Polypektomie, Endomucosa-Resektion, Endosonografie, Oesophagusstents usw. angeboten.
Bei speziellen Interessen besteht eine enge Kooperation mit der invasiven Kardiologie und Angiologischen Abteilung in unserem Partner-Krankenhaus, dem Karolinen-Hospital in Hüsten.